Dorferneuerung

Dorferneuerungsprogramm Mammolshain

Im Rahmen eines Gesprächs am 19. März 2007 wurde der Gesamtinvestitionsrahmen für das Dorferneuerungsprogramm zwischen der Investitionsbank Hessen (IBH) und dem Magistrat der Stadt Königstein im Taunus, vertreten durch Bürgermeister Helm, sowie Vertretern des Arbeitskreises Dorferneuerung Mammolshain (AKDE), Vertretern des Amtes für den ländlichen Raum des Hochtaunuskreises und Ortsvorsteher Hartmann verhandelt.

Das Dorferneuerungsprogramm setzt sich aus kommunalen Projekten und privaten Projekten zusammen. Nach der Präsentation der vom Arbeitskreis Dorferneuerung erarbeiteten kommunalen Projekte und der Darstellung der bereits umgesetzten Maßnahme, dem umgebauten Bolzplatz an der Straße Im Kleinfeld, ging es dann um den endgültigen Gesamtinvestitionsrahmen. Hier gelang es den Vertretern der Stadt, Mammolshains und des Amtes für den ländlichen Raum gemeinsam, die IBH von Sinn und Umfang der geplanten Maßnahmen zu überzeugen.

Für die Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshaus (DGH) sind 400.000 € und für die Entwicklung der Ortsmitte und Vernetzung der Plätze 100.000 € vorgesehen; der Gesamtinvestitionsrahmen für alle Projekte beträgt nun 652.500 €. 55% der förderfähigen Kosten der einzelnen kommunalen Projekte werden auch in diesem Jahr wieder durch das Land Hessen übernommen. Damit kann die Stadt über ein gegenüber den bisherigen Planungen um ca. 100.000 € erhöhtes Fördervolumen verfügen.

Bürgermeister Helm, wie auch der Arbeitskreis Dorferneuerung und Ortsvorsteher Hartmann sind zufrieden über den recht hohen Gesamtinvestitionsrahmen. Aus Sicht des Bürgermeisters ist der intensive Einsatz der Bürger Mammolshains im Rahmen der Dorferneuerung für das Erzielen des hohen Gesamtinvestitionsrahmen ausschlaggebend gewesen. Am 16.März 2009 wurde der Förderantrag für die weitere Planung der Umgestaltung des DGH Mammolshain beim Amt für den ländlichen Raum gestellt. Unter anderem werden mit den beantragten Mittel der Vorplatz des DGH und das DGH attraktiver gestaltet.

Bürgermeister Helm dankt allen Beteiligten für Ihr großes Engagement und hofft, dass die Dorferneuerung weiterhin durch die Bürger von Mammolshain so gut und intensiv umgesetzt wird.

Rückblick: Mammolshain nimmt am Hessischen Dorferneuerungsprogramm teil

Zusammen mit 287 Dörfern in Hessen ist der Ortsteil Mammolshain im Dezember 2003 durch den Staatsminister Dietzel des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz als Dorferneuerungsschwerpunkt anerkannt worden. Die dazugehörige Urkunde überreichte Landrat Jürgen Banzer am 3. März an Bürgermeister Siegfried Fricke im Restaurant "Zu den Füchsen" in Mammolshain.

"Mammolshain hat eine sehr aktive Bürgerschaft", lobte Landrat Banzer. "Hier gibt es zahlreiche Vereine, Verbände und engagierte Bürger. Wir vertrauen darauf, dass die Mammolshainer fähig und willig sind, sich für die Verschönerung ihres Dorfs und zur Verbesserung der Lebensqualität einzusetzen."

Das Dorferneuerungsprogramm ist ein zentraler Baustein der hessischen Politik für den ländlichen Raum. Durch den permanenten Strukturwandel ergeben sich arbeitsmarktpolitische Veränderungen, die wiederum erhebliche Auswirkungen auf die dörflichen/kleinstädtischen Sozial- und Siedlungsstrukturen haben.

Mit einem hessenweiten Budget von 29 Mio Euro im Jahr 2004 soll das Programm durch investive Förderung von öffentlichen und privaten Maßnahmen helfen, Arbeitsplätze zu sichern und durch Verbesserungen des Angebots im Bereich der Infrastruktur Versorgung mit Dienstleistungen, Bildung und Kultur die Lebensqualität zu erhalten. Das Erneuerungsprogramm hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2012. Während dieser Laufzeit können alle geplanten öffentlichen Projekte mit Hilfe von der Landesregierung zur Verfügung gestellten Fördergelder und den Komplementärmitteln der Stadt Königstein umgesetzt werden.

Das Besondere des Förderprojektes ist, dass die Bürger von Mammolshain von Beginn bis zum Ende des Dorferneuerungsprogramms miteinbezogen werden. Die öffentlichen Projekte, die gefördert werden sollen, stehen bei der Anerkennung des Ortsteiles nicht fest, sondern werden von den Mammolshainer Bürgern aus der Bedürfnisstruktur in thematischen Arbeitskreisen entwickelt. Die Projekte werden in einem Dorf-Entwicklungs-Konzept zusammengefasst. Nach der parlamentarischen Abstimmung mit der Stadt werden die im Dorf-Entwicklungs-Konzept geplanten Projekte Jahr für Jahr umgesetzt.

Kostenlose Beratung

Die Eigentümer privater Häuser im alten Ortskern können Fördermittel des Dorferneuerungsprogramms für städtebauliche Maßnahmen in Anspruch nehmen. Hierzu zählt die Erhaltung oder Verbesserung der ortsbildprägenden Bausubstanz; z.B. die Sanierung von Grundmauern, Fassaden und Fenstern, die Grundrissoptimierung sowie Hofgestaltungsmaßnahmen. Die Förderquote von privaten Maßnahmen beträgt 30%.

Über die Fördermöglichkeiten berät das Planungsbüro S&P in Bad Soden am Taunus. Dieser erste Beratungstermin, i. d. R. mit einem Vertreter des Landratsamtes des Hochtaunuskreises (Amt für den ländlichen Raum) und ggf. mit dem Architekten des Eigentümers, ist die notwendige Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Förderung. Für den Erhalt von Fördermitteln im Rahmen der Dorferneuerung gibt es klare Festlegungen und Auflagen, da durch das Landesprogramm eine Verbesserung von gewachsener historischer und ehemals landwirtschaftlich geprägter Bausubstanz erreicht werden soll.

Hierzu gehört u. a. die Verwendung von dorftypischen Materialien wie z.B. Holzfenster- und Türen, Tonziegel und mineralische Dämmstoffe, Farben und Putze. Besonders die Sanierung und Instandsetzung von Fachwerkgebäuden und anderen historischen Anlagen, die in ihrem Bestand und Aussehen gestört sind, sollen soweit wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

Kostenermittung und Antragsverfahren

Nach dem gemeinsamen Beratungstermin, dessen Ergebnisse in einem Protokoll vom Planungsbüro festgehalten werden, folgt die Kostenermittlung. Hierzu müssen entweder Unternehmerangebote oder die Kostenschätzung eines Architekten über die anfallenden Baukosten eingeholt werden. Auf dieser Grundlage kann danach die Antragstellung beim Landrat des Hochtaunuskreises - Amt für den ländlichen Raum, Ludwig-Erhard-Anlage 5, 61352 Bad Homburg erfolgen. Ansprechpartnerin dort ist Frau Hannelore Gutte, Telefon 06172 – 9996163.

Kompetenter Ansprechpartner und zuständig für die Prüfung von Anträgen und die Ermittlung des Fördervolumens ist die InvestitionsBank Hessen (IBH). Von Eigentümern eingereichte Anträge für städtebauliche Maßnahmen werden an sie weitergereicht. Diese erteilt daraufhin auch die Bewilligung von Fördergeldern. Nach Erhalt des Bescheides kann die Durchführung von Maßnahmen durch den Bauherrn rasch realisiert werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt ein Besichtigungstermin und der Bauherr kann seine Erfolge präsentieren. Nach der Vorlage und Überprüfung der Rechnungen und Belege beim Amt für den ländlichen Raum erfolgt eine zügige Auszahlung des Zuschusses an den Bauherrn durch die IBH.


Allen Interessierten wird empfohlen, sich frühzeitig beraten zu lassen. Dies spart wertvolle Zeit, da die Antragstellung und Bewilligung von Fördermitteln im Rahmen eines solchen Landesprogramms von verschiedenen Faktoren abhängt, welche im Voraus nicht immer planbar sind. Für Fragen und Anregungen im Rahmen der Dorferneuerung stehen Ihnen Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes, Frau Sonja Kupfer (Tel. 06174 / 202 220) und Herr Wolf Wunderling (Tel.: 06174 / 202 324) gern zur Verfügung.
Ein vorbereiteter Info- Flyer wird Ihnen auf Anfrage gerne von den oben genannten Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern des Landratsamtes oder der Stadt Königstein zur Erstinformation zugesandt.

Das Dorf-Entwicklungs-Konzept - Fundament für die Zukunft des Dorfes

Auszüge der Druckschrift des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Am Anfang steht eine umfassende Bestandsaufnahme

Nur bei genauer Kenntnis der Ausgangslage können die richtigen Folgeschritte eingeleitet werden. Eine Darstellung der örtlichen Aktivitäten und Initiativen ist genauso wichtig, wie Aussagen zur Infrastrukturausstattung, zu sozioökonomischen Strukturen und der Siedlungsstruktur. Das Beschreiben der Stärken und Schwächen und das Herausarbeiten von Entwicklungschancen steht ebenfalls am Anfang.

Ein Leitbild für das Dorf zur Beschreibung der Ziele

"Nur wer das Ziel kennt, kann auch den Weg beschreiben", lautet eine alte Weisheit. Dies gilt auch für das Dorf-Entwicklungs-Konzept. Ein Leitbild, welches von vielen Bewohnerinnen und Bewohnern mitgetragen wird, soll eine (die) Kernaussage zur angestrebten Entwicklung des Dorfes enthalten. In einer realistischen Perspektive ist der individuelle Charakter, die Unverwechselbarkeit, aufzuzeigen. Für die örtlichen Akteure ist das Leitbild eine Richtschnur für künftige Strategien und Aktivitäten.

Die Handlungsfelder sind an der Nachhaltigkeit zu orientieren

Jedes Dorf ist geprägt durch unterschiedliche Themen und verschiedenartige Problemlagen. Aufbauend auf die Überlegungen zum Leitbild, sind die Bereiche zu nennen, in denen Defizite und Entwicklungshemmnisse zu beseitigen sind. Herauszuarbeiten sind erfolgversprechende Ansatzpunkte und realistische Chancen mit günstigen Voraussetzungen zur nachhaltigen und positiven örtlichen Entwicklung.

Am Ende steht ein präzise beschriebenes Projekt

Aus den jeweiligen Handlungsfeldern entstehen Projekte oder Vorschläge für detaillierte Planungen. Mit einer kurzen Beschreibung werden die Projekte in das Dorf-Entwicklungs-Konzept aufgenommen und gleichzeitig verantwortliche Personen oder Institutionen benannt, die eine spätere Umsetzung vorantreiben. Sie müssen nicht zwangsläufig Projektträger sein.

Das Aktionsprogramm - Verknüpfung und Einordnung nach Wertigkeit

Die aus den einzelnen Handlungsfeldern entwickelten Projekte werden zu einem örtlichen Aktionsprogramm zusammengetragen und im Sinne eines integrierten Ansatzes miteinander verknüpft. Konkrete Angaben zur Prioritätenfestlegung, zur Organisations- und Aufgabenzuweisung, verbunden mit Realisierungsvorschlägen sind wichtige Bestandteile des örtlichen Aktionsprogrammes. Besondere Bedeutung liegt bei dem vorgesehenen Zeitrahmen und den Finanzierungsvorstellungen. Eine realistische Einschätzung, nicht nur der Kosten sondern insbesondere der möglichen Finanzierungsträger, sind eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzungschance der einzelnen Projekte.

Grundsätze und Ziele für die Entwicklung der hessischen Dörfer

Erhaltung und Entwicklung der Dörfer im ländlichen Raum
Die Dörfer in Hessen weisen in ihrer Struktur und in ihren Lebensformen eine große Vielfalt auf. Sie weiterzuentwickeln und ihre wirtschaftliche Grundlage und hohe Lebensqualität zu sichern ist das Ziel des hessischen Dorferneuerungsprogrammes.
Im Einzelnen geht es darum:

· Den individuellen Charakter des jeweiligen Ortes zu erhalten
· Die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie die Lebensqualität durch Behebung von siedlungsstrukturellen Mängeln, vor allem in den alten Ortkernen, zu verbessern,
· Regionaltypische Bausubstanz zu erhalten und erforderlichenfalls einer neuen sinnvollen Nutzung zuzuführen
· Einrichtungen für den Gemeinbedarf und für Dienstleistungen im öffentlichen und privaten Bereich zu erhalten, zu verbessern oder neu zu schaffen,
· Die innerörtlichen Straßen und Wege so zu gestalten, dass das Ortsbild gewahrt, das Wohnumfeld verbessert und die Nutzungsvielfalt gewährleistet werden,
· Die landwirtschaftlichen, handwerklichen und kleingewerblichen Betriebsbedingungen zu verbessern,
· In der Siedlungsentwicklung ökologische Zusammenhänge zu wahren und das Dorf unter Berücksichtigung von Natur und Landschaft in seine Umgebung einzubinden,
· In einem begrenzten Förderzeitraum Impulse für wirtschaftliche und kulturelle Eigeninitiativen auf Ortebene auszulösen.

Dorfentwicklung - gemeinsam die Zukunft des Dorfes entwickeln

Im Mittelpunkt stehen in diesem Prozess die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes. Sie sind aufgerufen, gemeinsam Ideen und Konzepte zu entwickeln, Defizite zu benennen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Hierzu erhalten Sie professionelle Unterstützung von Moderatoren und Planern.
Die Dorfentwicklung ist also keine von außen und von Fachleuten allein erarbeitete Planung. Sie beruht vielmehr auf der aktiven Mitarbeit - nicht nur Beteiligung! - der Bewohnerinnen und Bewohner. Dorfentwicklung kann nur erfolgreich sein, wenn die Dorfbevölkerung mitwirkt und aktiv mitgestaltet.
Sie sind die Experten vor Ort!

Erarbeitung eines Dorf-Entwicklungs-Konzeptes

Jeder Ort hat seine eigenen Problemfelder und seine eigenen Lösungsansätze. Deshalb muss zu Beginn der Dorfentwicklung in Ihrem Ort ein Dorf-Entwicklungs-Konzept erarbeitet werden. Ideen und Vorschläge für den eigenen Ort werden hier zusammengetragen, abgestimmt und Projektverantwortliche benannt.

Das Dorf-Entwicklungs-Konzept Mammolshain


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